Mittwoch, 31. August 2011
Susi´s Geschichte
Ich WAR mit den Leistungen der Tierklinik Lengfeld bisher recht zufrieden und habe sie auch fleißig weiter empfohlen – besonders nachdem meine Katze „Tigra“ nach einer sehr komplizierten Operation am Kniegelenk (durch Dr. Schneider) wieder vollständig genesen ist.
Wie gesagt WAR – und zwar genau bis zum 24.08.2011. Seitdem gilt: NIE WIEDER – die Tierklinik Lengfeld wird weder mich noch eine meiner noch lebenden Katzen jemals wieder sehen!!!

Vorgeschichte: Am 19.08.2011 war ich mit meiner Katze „Susi“ (20 Jahre alt/ chronisch nierenkrank) dort, weil sie aufgrund einer Erkältung (verschnupft/Niesen) seit dem Mittag zuvor nichts gefressen hatte (das Nierendiätfutter hatte sie noch nie gemocht, jetzt ließ sie sich aber auch nicht mit anderem Futter locken – sie trank nur). Frau Dr. Lach hat „Susi“ untersucht und ihr zwei Injektionen gegeben (gegen die Erkältung bzw. zur Appetitanregung). Sie war total überrascht, dass meine Katze schon so alt ist – hätte sie ihr so nicht zugetraut. Weitere zwei Spritzen im Abstand von je 2 Tagen. Hinweis darauf, dass wieder mal eine Blutuntersuchung fällig wäre.
Am 21.08.2011 bekam „Susi“ die zweite Injektion gegen die Erkältung – diesmal von Frau Dr. Dautel. Es ging ihr schon viel besser, sie hatte inzwischen eine ganze Menge rohes Fleisch (ihr Lieblingsfutter) und diverse andere Futtersorten gefressen (aber keine Nierendiät). Die Blutuntersuchung sollte nicht am Sonntag, sondern im Rahmen der dritten Injektion am Dienstag stattfinden.
Am 23.08.2011 gegen 17.00 Uhr kam ich mit „Susi“ dran – bei Herrn Dr. Amend. Zuvor war „Susi“ zuhause noch selbständig ein Stockwerk tiefer in den Keller aufs Katzenklo gegangen. Sie litt (wie die Menschen auch) unter der großen Hitze und war recht schlaff – aber vollkommen klar. Nach der Blutabnahme hat sie im Wartezimmer mehrfach lautstark protestiert, denn sie wollte heim. Die Laboruntersuchung ergab leider sehr schlechte Werte. Herr Dr. Amend schlug vor, „Susi“ für zwei Tage auf Station zu nehmen und ihr Infusionen zu geben um sie besser mit Flüssigkeit zu versorgen und zu entgiften. Schweren Herzens ließ ich meine „alte Lady“ in der Tierklinik zurück – ich sehe sie noch vor mir, wie sie mir auf dem Arm von Dr. Amend verständnislos nachblickt.
Als ich am 24.08.2011 zusammen mit meiner Tochter gegen 10.00 Uhr in die Tierklinik kam um „Susi“ zu besuchen mussten wir zunächst eine ganze Weile warten. Um dann kam der Schock: Im Besuchszimmer wurde uns unsere „Susi“ auf dem Tisch gelegt – in ein Handtuch gewickelt, völlig apatisch, fast bewusstlos, unterm Kinn verklebt (Fütterungsversuche ausgerechnet mit Diätfutter), ihr rechter Arm mit braunen Blutflecken im weißen Fell, im linken Arm der Venenkatheter mit Infusionsschlauch und –flasche. Es dauerte eine ganze Weile bis „Susi“ uns erkannte und leise zu schnurren anfing. Sie versuchte sogar, sich aufzurichten, war aber zu schwach dazu. Sie konnte noch nicht einmal einen Tropfen Wasser vom Finger lecken. Als Dr. Amend dann dazukam, sagte er, dass mit dieser Verschlechterung eigentlich nicht zu rechnen war, zumal dies der dritte Beutel Infusion sei. Und: So könnten wir unsere Katze nach tierschutzrechtlichen Bestimmungen auch nicht mit nach Hause nehmen – es gab nur zwei Optionen: entweder wir lassen sie weiter auf Station (eventuell mit Magensonde) oder wir lassen sie „euthanasieren“. Mein Mann (von der Tochter herbeigerufen) kam hinzu und wir haben uns dann unter Tränen dazu entschlossen, unsere geliebte „Susi“ nicht weiter hier leiden zu lassen.
Zwei Tage nach „Susis“ Beerdigung stand Herr Dr. Amend mir freundlicherweise noch einmal zu einem Gespräch zur Verfügung (obwohl er in der fraglichen Nacht keinen Dienst hatte).Trotzdem sind einige Fragen für mich „offen“ geblieben. Der Venenkatheter wurde erst rechts gelegt, offenbar ohne Erfolg. Wer hat den Venenkatheter links gelegt und vor allem WANN? Der Verband sah am Mittwochvormittag noch sehr neu aus. Wieso steht auf der Abrechnung nur einmal „Venenkatheter einlegen“ und nur zwei Beutel Infusionsflüssigkeit? (Sogar der Frischebeutel mit Diätfutter für 1,08 € und eine „Ulcogant suspension“ für 0,65 € sind eigens aufgeführt).
Ich weiß nicht, was in „Susis“ letzten Stunden alles geschehen ist – hoffentlich kann ich irgendwann einmal aufhören, darüber nachzugrübeln. Vermutlich werde ich es mir nie verzeihen, dass ich meine „Susi“ am 23.08.2011 in der Tierklinik Lengfeld gelassen habe - sie lebte 19 Jahre mit uns zusammen und war eine ausgesprochen liebe und kluge Katze.